Militär/Adel
Verfasst: 06.12.2009, 20:51
Armee, Adel
Die Gründe für unsere Überlegungen, das Militärwesen und das Adelswesen umzustrukturieren und zwar in einem Anlauf, liegen darin, dass stehende Heere, wie sie im DKR weit verbreitet sind, einfach nicht in diese Epoche passen und der Adel kaum Bedeutung aber de facto auch kaum Pflichten, die über einen Orden hinausgehen, hat.
Anfangs gab es diverse Vorschläge, von denen einige weniger, andere eher realisierbar erschienen.
Diese reichten von einer kompletten Abschaffung des stehenden Heeres und einer reinen Einberufung von Vasallentruppen unterstützt von Söldnern im Kriegsfall, über eine vollständige Einstampfung des bisherigen Lehnswesens und einer Verbindung der Lehen mit Ingame-Städten, der Idee, die jetzigen Offiziere durch Adlige zu ersetzen, bis zu dem Vorschlag, die bisherigen Streitkräfte in ein Heer des Fürsten umzuwandeln, das von den Lehnsleuten unterstützt und durch die Garden der einzelnen Städte ergänzt wird.
Die Schwierigkeiten, ein realistisches System zu etablieren, liegen nicht allein in den Ingame-Voraussetzungen, insbesondere, dass Lehen nicht wie im wirklichen Leben Geld einbringen, sondern auch in der verständlichen Gegenwehr der Spieler derjenigen Charaktere, die zur Zeit in den Armeen dienen und damit zufrieden sind.
Durch eine völlige Abschaffung der Ränge, wie sie in den stehenden Armeen bestehen, ginge für viele Spieler ein wichtiger Anreiz verloren.
Zuletzt hat nicht jeder Adlige eine militärische Laufbahn hinter sich und sollte deshalb auch nicht ins kalte Wasser der Führungsverantwortlichkeit gestoßen werden. Diese Schwierigkeit kann allerdings leicht durch eine entsprechende Ausbildung aus dem Weg geschafft werden.
Als Folge dessen hat sich ein breiter Konsens entwickelt.
Die Finanzierung aus den Taschen des Adels ist nahezu unmöglich, den Adligen Apanagen zu zahlen oder ihnen anderweitig den Unterhalt von Truppen zu ermöglichen, ist umständlich. Aus diesem Grund ist es am einfachsten, die Finanzierung weiterhin durch die Provinz zu gewährleisten.
Das stehende Heer soll zur Regentenarmee, unterstützt durch Vasallen und Stadtgarden umgewandelt werden. Die Ränge werden, wenn auch unter Umständen in abgewandelter Form, weitestgehend beibehalten (Ritter/Edelknecht(Ritteranwärter)/Knappe/Schildknappe(Page)/usw. ).
Die Verwaltung und Koordination dieses Verbundes und die Verhandlungen mit Söldnern erfolgen durch den Hauptmann.
Er setzt den Willen des Regenten in Entscheidungen um, die dann als Befehle in den Truppenteilen weitergegeben werden. Er legt fest, welche Truppen auf dem Territorium der Provinz erlaubt sind und welche nicht.
Der Marschall bleibt in seiner Funktion als Verwalter der Heereskasse unangetastet.
Der OFR ist verantwortlich für die Feldgerichtsbarkeit und achtet damit auf die Einhaltung der vom Hauptmann festgelegten Ordnung. Er ist der Führer der Gendarmerie, deren Aufgabe die Aufrechterhaltung der Ordnung ist. Er spricht Disziplinarstrafen für Truppen aus, die gegen die Ordnung verstoßen.
Dieses System ist letztendlich immer noch nah an der Realität eines Kriegswesens, das auf freie Männer und Frauen, Vasallen und Söldner aufbaut.
Der bisherige Abschnitt "Zum Schutze" des Verfassungsvorschlags lautet:
"Der Fürst ernennt einen der Ratsherren zu seinem Hauptmann. Dieser steht dem stehenden Heer des Fürsten vor. Ihm beigestellt sind der Oberste Feldrichter und der Marschall, als Verwalter der Heereskasse.
Wenn die Krone zu den Waffen ruft, haben ihre Vasallen dem Ruf ihrem Eid entsprechend zu folgen und Mannen für den Kriegsdienst zu stellen.
Führt der Fürst sein Heer nicht selbst an, so tut dies der Hauptmann an seiner statt. Die Vasallen des Fürsten haben seinen Weisungen dann zu gehorchen als seien es die des Fürsten."