Medizin/Geburt
Verfasst: 09.11.2009, 12:48
Ein Wort zu Beginn:
Wir haben uns lange überlegt, wie wir die mittelalterliche Geburtshilfe "spielen" wollen. Das ist insofern nicht einfach, weil man überlegen muss, was von den Sachen, die wir heutzutage betreiben und die man überall recht einfach nachlesen kann, im 15. Jahrhundert praktikabel und vor allem plausibel waren. Und was an Hilfsmitteln und auch Wissen verfügbar war.
Schwierig ist es oft auch, die rechten Worte zu finden, denn über viele Sachen sprach man einfach nicht bzw. umschrieb sie.
Unser Gedanke war, eine Hilfestellung zu erarbeiten, damit auch Spieler ohne Vorkenntnisse in irgendeiner Art eine Möglichkeit finden, Geburtshilfe-RP anno 1457 zu betreiben. Grundsätzlich ist es aber von uns auch so gedacht, dass eine junge Wehmutter IMMER von einer erfahrenen eingelernt wird, also eine (RP)-Ausbildung durchläuft, die durchaus auch über eine längere Zeit gehen soll. Deswegen sind die Beiträge hier als eine Grundausrüstung zu sehen.
Aus dem Grund haben wir uns auch auf ein Mindestmaß an Kräutern beschränkt, die darüber hinaus damals verfügbar sein mussten, auch für "arme" Menschen. Außerdem haben viele Kräuter Wechselwirkungen; allzu abenteuerliche Mischungen, deren Wirkung wir nicht abschätzen können, wollten wir vermeiden.
Wir haben uns lange überlegt, wie wir die mittelalterliche Geburtshilfe "spielen" wollen. Das ist insofern nicht einfach, weil man überlegen muss, was von den Sachen, die wir heutzutage betreiben und die man überall recht einfach nachlesen kann, im 15. Jahrhundert praktikabel und vor allem plausibel waren. Und was an Hilfsmitteln und auch Wissen verfügbar war.
Schwierig ist es oft auch, die rechten Worte zu finden, denn über viele Sachen sprach man einfach nicht bzw. umschrieb sie.
Unser Gedanke war, eine Hilfestellung zu erarbeiten, damit auch Spieler ohne Vorkenntnisse in irgendeiner Art eine Möglichkeit finden, Geburtshilfe-RP anno 1457 zu betreiben. Grundsätzlich ist es aber von uns auch so gedacht, dass eine junge Wehmutter IMMER von einer erfahrenen eingelernt wird, also eine (RP)-Ausbildung durchläuft, die durchaus auch über eine längere Zeit gehen soll. Deswegen sind die Beiträge hier als eine Grundausrüstung zu sehen.
Aus dem Grund haben wir uns auch auf ein Mindestmaß an Kräutern beschränkt, die darüber hinaus damals verfügbar sein mussten, auch für "arme" Menschen. Außerdem haben viele Kräuter Wechselwirkungen; allzu abenteuerliche Mischungen, deren Wirkung wir nicht abschätzen können, wollten wir vermeiden.
Nun, hier als Basis für die weitere Arbeit;
Gesammelte Informationen, wertungsfrei
Abschnitte, die noch zu überarbeiten sind
Sammlung von Infos aus dem Netz
Kräuterkunde
Mutterkorn
(Claviceps purpurea)
Mehlmutter-Kornmutter
Mutterkorn bildet sich als Schmarotzerpilz am Roggen und anderen Getreidesorten. Es enthält verschiedene Alkaloide, d.h. seine Wirkung ist gefäßverengend und halluzinativ. Da Mutterkorn gefäßverengend wirkt, fand es in der Geburtshilfe als Blutstiller Verwendung. Verwandte Präparate werden noch heute von Gynäkologen verwendet. In der Renaissancezeit entstanden durch mutterkornhaltiges Getreide Massenepidemien (Krämpfe und Lepra-ähnliche Erkrankungen).
Anmerkung: Das sogenannte Sankt-Antonius-Feuer hat ganze Dörfer ausgerottet, der Zusammenhang mit dem Mutterkorn wurde erst später erkannt.
Petersilie
(Petrosilenum)
Garteneppich
In großen Mengen haben verschiedene in der Petersilie enthaltene Wirkstoffe eine das Nervensystem anregende Wirkung. Schon in der Antike wurde sie deshalb als harntreibendes und menstruationsförderndes Mittel angesehen. Mittelalterliche und auch moderne Pflanzenbücher berichten von Abtreibungsversuchen mit Petersilie, die aber nicht ohne Gefahren sein sollen. Im Mittelalter hießen diejenigen Gassen, in denen die Freudenhäuser waren, oft "Petersiliengasse" oder ähnlich. Vielleicht verbirgt sich dahinter ein Hinweis auf Abtreibung mit Petersilie. In den Hexenprozessakten heißt der Teufel manchmal "Peterling", in einem lothringischen Prozess nannte man ihn "Maitre Persil", ein deutlicher Hinweis auf den Teufel als "Hintermann" abtreibender Hebammen und Kräuterweiber.
Eisenkraut
(Verbena officinalis)
Druidenkraut- Merkurblutkraut-Sagenkraut
Diese Heilpflanze wird in den heutigen Kräuterbüchern nur selten erwähnt. Sie war im Altertum und im Mittelalter sehr geschätzt. Die Griechen nannten das Eisenkraut "hierobotane", heiliges Kraut. 1555 schrieb ein Heilkundiger, dass das "Kraut Verbena noch heutigs tags mehr in der Zauberei dann in der artznei gesamlet wird".
Es wurde also damals schon von Medizinern nicht mehr richtig ernst genommen. Nach dem "Hexengeflüster", einem modernen Gesundheitsbuch der Frauenbewegung, hilft die Abkochung des Krautes gegen Warzen. Wie Eisenhut, Majoran und andere soll es zur Verstärkung der Geburtswehen nützlich sein. Man sagt auch, die "Hexen" hätten es benutzt, um ihre Körper gegen die Folter mit Feuer unempfindlich zu machen.
Beifuß
(Artemisia vulgaris)
Sonnenwendgürtel-Männerkrieg-Weiberkraut-Weißer Bock
Der Beifuß wurde im Mittelalter als Heilpflanze benutzt, ebenso in der Antike. Verwendet wurde er bei typischen Frauenleiden, besonders sollte er die Menstruation fördern und die Geburt erleichtern. Das Mittel wirkt krampflösend und zugleich gefäßverengend, d.h. es entspannt und stillt zugleich Blutungen. Die Kombination der Wirkungen macht Beifuß als Volksheilmittel besonders wertvoll. Die entspannende Wirkung wird besonders deutlich durch den Volksglauben bezeugt, dass ein Wanderer nie müde wird, wenn er sich Beifuß an die Füße gebunden hat (daher wohl der Name).
Unter der Hand zur Abtreibung - gehört nicht in den Kurs, ist aber nicht unwichtig zu wissen *find*
Zitat:
Raute
(Ruta graveolens)
Die in der Raute enthaltenen Öle sind von beruhigender und krampf lösender Wirkung. Darum ist die Raute eines der beliebtesten Abtreibungsmittel der Volksmedizin. Im botanischen Garten von Paris musste man zeitweise die Rautenbeete umzäunen, um zu verhindern, dass schwangere Frauen das Beet plündern. Zugleich ist die Raute ein magisches Abwehrmittel gegen "böse Einflüsse", z.B. gab es in Süditalien noch im 19. Jahrhundert Rautenstrauch-Amulette gegen den "bösen Blick".
Desinfektionsmittel
Wein; Terpentinöl; Rosenwasser
Feststellen der Schwangerschaft
Hilfsmittel
Geburt
Nach der Geburt
Wichtiges
Feststellen der Schwangerschaft
Das Ausbleiben der unreinen Tage ist nicht immer ein Zeichen dafür, dass ein Weib guter Hoffnung ist. Häufig führen auch Krankheiten oder unzureichende Ernährung dazu. Auch wenn noch ein Kind an der Brust genährt wird, kann diese Zeit ausbleiben.
Wirklich sicher kann man erst sagen, ob ein Weib einen gesegnetem Leib hat, wenn man das Kind bereits spürt.
Viele Anzeichen jedoch, die zusätzlich auftreten sprechen dafür. Das sind
- seltsame Gelüste nach ungewöhnlichen Speisen
- schmerzende Brüste
- häufiges Wasserlassen
- Übelkeit und Erbrechen, besonders morgens
- Launenhaftigkeit des Weibes
- Veränderungen der Gebärmutter
Die Untersuchung ist wichtig zur Feststellung einer Schwangerschaft, zusammen mit den oberen Anzeichen kann sie relativ sicher aussagen, ob ein Weib gesegneten Leibes ist. Allerdings braucht es viel Erfahrung, um die Veränderungen tasten zu können, und ihr solltet darauf verzichten, voreilige Diagnosen zu stellen, wenn ihr diese Erfahrung noch nicht habt. Ihr lernt es von eurer führenden Wehmutter.
Hilfsmittel:
Kräuter können auf unterschiedlichste Weise die Schwangerschaft und Niederkunft erleichtern. Besonders erwähnt seien hier:
Während der Schwangerschaft:
Himbeerblätter: erst, wenn der Bauch deutlich nach unten gewandert ist, es wird die Wehen erleichtern (als Teeaufguß morgens und abends)
Frauenmantel (Weiberkittel, Frauenhilf): reinigt das Blut und entkrampft die Geburtswege. (als Teeaufguß morgens und abends)
Hat die Niederkunft begonnen:
Thymian - beschleunigt die Niederkunft, vor allem einzusetzen, wenn die Wehen noch nicht stark genug sind (als Teeaufguß).
Hirtentäschel - wehenfördernd, als Teeaufguß.
Beifuß - wehenfördernd. Man bindet der Gebärenden einen Zweig ans Bein. Unbedingt abnehmen, wenn das Kind zu sehen ist.
Hierbei ist darauf zu achten, dass man nicht alles gleichzeitig gibt. Die Wehmutter lernt durch Erfahrung, welches Weib am besten auf welches Kraut reagiert.
Zur Beschleunigung der Nachgeburt:
Ebenfalls Thymian, Hirtentäschel und Beifuß als Teeaufguß. Wer Zugang zu einem Klostergarten hat, könnte Petersilie als Teeaufguß verwenden, er ist ungleich wirksamer, aber nur sehr schwer zu bekommen.
Um den Milchfluß anzuregen: (als Teeaufguß)
Eisenkraut
Kamille
Hat eine Wöchnerin zuviel Milch: (als Tee)
Salbei
Warnung:Das Verabreichen dieser Kräuter und anderer zu einem anderen Zwecke als dem, das Kind gesund auf die Welt zu bringen, ist unnatürlich und verboten. und gegen das Gebot des Schöpfers zu handeln, wird seinen Zorn auf sich ziehen. Deswegen hüte man sich auch vor noch stärkeren Mitteln, die einem von bösen Mächten angeboten werden. Es hat sich gezeigt, dass diese Mittel zu schlimmem Aussatz führen, bei allen, die damit zu tun hatten, die neues Leben töteten und dadurch des Schöpfers Gebot und die Tugenden missachtet haben. Diese mangelnde Achtung vor dem Leben und der Schöpfung schafft der Kreatur ohne Namen die Möglichkeit, in uns und an uns und durch uns Unheil anzurichten. Sie lässt uns am lebendigen Leibe und in der Seele verfaulen. Man hüte sich davor, den Verlockungen der namenlosen Kreatur zu folgen!
Reinlichkeit ist sehr wichtig, wascht euch immer die Hände, esst und trinkt nichts während ihr dem Weib helft.
Taucht eure Hände in
Wein; Terpentinöl; Rosenwasser
bevor ihr das Weib oder Kind anfasst. Besonders an der geheimen Stelle ist das wichtig.
Habt ihr nichts davon zur Hand, so seht zu, dass ihr zumindest euch die Hände in warmen Wasser oder besser, in Kamillentee säubern könnt.
Also, dann starten wir mal mit Geburt:
In den letzten Wochen vor der Niederkunft verspürt das Weib Schmerz, der den späteren Wehen ähnlich ist. Deutlich kann man bemerken, dass sich die Leibeswölbung nach unten senkt. Das ist aber noch kein Zeichen für eine beginnende Geburt. Durch Tasten kann eine erfahrene Wehmutter feststellen, wie das Kind im Leib der Mutter liegt. Es ist zu wünschen, dass zuerst der Kopf und dann erst der Körper des Kindes geboren wird. Liegt das Kind falsch herum, kann es zu Problemen kommen. In einem solchen Fall wird die Wehmutter durch spezielle Lagerung und gleichzeitigem Druck von außen das Kind anreizen, sich zu wenden. Eure begleitende Hebamme wird euch während der Ausbildung genau zeigen, wie es durchzuführen ist.
Eine Wende des Kindes unmittelbar vor oder während der Geburt durch Handgriffe im Geburtskanal ist nur von einer erfahrenen Hebamme durchzuführen und muss jungen Hebammen unbedingt abgeraten werden.